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Jürgen Baier dirigiert nur noch von der Bank aus |
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Main-Echo 24.07.2004 |
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Erlenbach/Kahl/Haibach. Mit 19 Vereinen, einem mehr als im
Vorjahr, startet die Fußball-Landesliga Nordbayern am 30.
Juli in die Saison 2004/2005.
Nicht mehr dabei ist Titelträger VfL Frohnlach, der nach
seinem Aufstieg in der Bayernliga auf Tore- und Punktejagd
geht. Der TSV Aubstadt (in der Relegation), Bayern Hof II und
der TSV Thiersheim sind in die Bezirksoberliga (BOL)
abgestiegen. |
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Nachdem sich die vollmundigen Ankündigungen von Insolvent SC
Weismain als Luftblase entpuppten, versucht sich der einstige
Regionalligist nun ganz unten in der A-Klasse. Aus Bayerns
höchster Amateurklasse kommen die abgestiegenen
Traditionsvereine Bayern Hof und Würzburger FV. Von den
Aufsteigern schafften der SV Erlenbach (Meister der BOL
Unterfranken) und Bayern Kitzingen als Zweiter nach nur einem
Jahr Zwangsaufenthalt in der BOL die sofortige Rückkehr in die
Landesliga. Das Neulingsquartett komplettieren die
Spielvereinigung Bayreuth II als Erster in der BOL Oberfranken
und der Zweite SV Pettstadt. |
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Im Gegensatz zum vergangenen Spieljahr, in dem der VfL
Frohnlach souverän seiner Favoritenrolle gerecht wurde, tippen
die Experten bei der Frage nach dem Meister diesmal auf vier
Vereine: Bayern Hof, Würzburger FV, FC Sand und FC Bamberg.
Von der bayerischen Untermain-Armada wollen Viktoria Kahl und
Alemannia Haibach die »Großen« ein wenig ärgern.
Der SV Erlenbach ist bescheidener, peilt den Klassenerhalt an.
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Haibach lässt die Jungen ran
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Haibachs Vorstand und Finanzchef Armin Neugebauer will mit dem
Etat in Höhe von 70000 Euro wie im Vorjahr auskommen. Das
hängt aber davon ab, wie die Mannschaft abschneidet. Wegen des
Prämiensystems bei den Grün-Weißen könnte es dann ein
lachendes (sportlicher Erfolg) und ein weinendes (mehr Kosten)
Auge bei dem Haibacher Boss geben. »Wir haben den Stamm
unserer Landesligamannschaft gehalten«, erklärt Manfred Allig,
der gemeinsam mit Erich Hock den Alemannia-Sportbetrieb
leitet. |
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Mit Frank Schröer hat nur ein Akteur der »Ersten« den
Haibachern den Rücken gekehrt. »Die anderen Abgänge haben es
nicht geschafft, suchen ihr Glück woanders, das ist ein
normaler Vorgang.« Allig hat bei der Suche nach Ergänzungen
eine neue Entwicklung ausgemacht: »Die Nachwuchsspieler zieht
es nicht mehr zu höherklassigen Clubs. Dort müssen sie sich
plagen und schinden, um sich durchzusetzen. So bleiben sie
lieber in der alten Clique, wenn es sein muss auch in der
Kreisklasse.« |
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Trotzdem ist es den Alemannia -Spähern gelungen, einige
Rohdiamanten zu verpflichten. Ein Luxusproblem haben sie mit
Christian März, einem hoffnungsvollen Talent aus dem eigenen
Nachwuchs. Der 18-Jährige könnte altersbedingt noch bei den
A-Junioren mitwirken, hat sich aber auch schon in
Kurzeinsätzen bei der Landesliga-Equipe wärmstens empfohlen
und machte auch in den Vorbereitungsspielen einen starken
Eindruck. |
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Manfred Allig erhofft sich von seinen Ballkünstlern in diesem
Jahr eine weitere Steigerung, stuft die »Nord« weitaus stärker
als in der Runde 2003/04 ein. Für Jürgen Baier gibt es eine
Zäsur. Im für einen Fußballer schon fast biblischen Alter von
46 Jahren hängt er die Kickschuhe an den Nagel, soll nur noch
im äußersten Notfall auflaufen. Ansonsten wird er seine Kicker
von der Bank aus dirigieren: »Wenn wir von Verletzungen
verschont bleiben, sollen es jetzt die Jungen richten. Der
fünfte Platz in der Saison 2004/05 ist ein guter Abschluss
meiner aktiven Laufbahn.« |
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Der Coach will jetzt eine Vierer-Abwehrkette installieren.
Tino Staab, Johannes Hein und Marius Repp haben die besten
Karten. Um den vierten Platz balgen sich Michael Kempf, Sven
Durschang und Jens Weber. Der langzeitverletzte Michael
Neumann fällt weiter aus. Bei Michael Behncke, Sascha Klug und
Roberto Togo erwartet Baier eine gewaltige Steigerung. »Da
muss jetzt der Knoten platzen.« Dann könnten die
»Behelfsstürmer« Klaus Hildenbeutel und Georg Dorn wieder ins
Mittelfeld rücken. |
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»Die Spieler wissen, dass sie bis an die Grenzen gehen und
sich quälen müssen. Da werde ich mit Argusaugen darüber
wachen. Wer sich für die zweite Mannschaft anbietet, kann es
auch in die Erste schaffen.« Das Aufgebot umfasst zurzeit 20
Männer, mit 18 will Jürgen Baier auskommen.
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Will zieht Hut vor Team und Trainern
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Fritz Will, Vorsitzender und Fußball-Abteilungsleiter, läutet
die Alarmglocken: »Die vor uns liegende Saison entscheidet
über die Zukunft des FC Viktoria Kahl in der Landesliga.«
Seine dramatische Aussage hat viele Gründe: So honorieren die
Zuschauer nicht die guten Vorstellungen der Fußballer. Die
Sandhasen sind im fünften Jahr in dieser Klasse bei einem
Zuschauerdurchschnitt von 350 angekommen. So viele waren es
auch in der Bezirksoberliga. »Das ist unser Stammpublikum«,
weiß Will. |
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Die Vorstandschaft überlegt, ob es sich unter diesen
Voraussetzungen noch lohnt, eine Landesligamannschaft zu
unterhalten. Finanzielle Klimmzüge lehnen die Verantwortlichen
entschieden ab. Hinzu kommt, dass in der vorigen Runde drei
Hauptsponsoren weggebrochen sind. In diesem Zusammenhang lobt
der Vorsitzende die Spieler in den höchsten Tönen. »Sie haben
für die wirtschaftliche Notlage des Vereins Verständnis
gezeigt und auf Geld verzichtet.« |
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Umso höher sei der sportliche Höhenflug im vergangenen Jahr zu
bewerten. »Es war vom Sportlichen her die beste Saison mit
attraktivem Fußball.« Michael Fuchs, erstmals in der Position
als Spielertrainer, habe das alles sensationell gemacht »Ich
ziehe den Hut vor der Mannschaft und dem Trainergespann.« In
diesem Jahr soll die Aktion Dauerkartenverkauf (zuletzt waren
es 130 Tickets) unbedingt gesteigert werden. In der
Halbzeitpause der Heimspiele werden die Fans mit
Werbedurchsagen informiert.
Außerdem wurde ein Kleinsponsorenpool ins Leben gerufen.
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Michael Fuchs stehen derzeit nur 15 Feldspieler und zwei
Torhüter zur Verfügung. »Der Kader ist qualitativ gut, aber
quantitativ nicht so stark besetzt,« bedauert der Coach. Falls
in Extremfällen auf die zweite Mannschaft zurückgegriffen
werden muss, befürchtet er einen immensen Leistungsabfall.
Verständlich deshalb sein Stoßseufzer: »Um unser Ziel zu
erreichen, müssen wir von Roten Karten und Verletzungen
verschont bleiben.« |
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Am System wird nichts geändert, es hat sich laut Fuchs
hundertprozentig bewährt. Großer Vorteil der Kahler gegenüber
der Konkurrenz: Die Mannschaft ist eingespielt, ist zusammen
geblieben. Michael Fuchs will als Spielertrainer weitermachen,
solange er dem Team helfen kann. »Ich verspüre nicht mehr den
unbedingten Druck, auf dem grünen Rasen immer dabei zu sein,«
gesteht »Michel«. Große Stücke hält er auf Andreas Rimpler,
der es zu einem Führungsspieler schaffen könne. »Vorrangig
gilt es, unsere hervorragenden Leistungen der vergangenen
Saison zu bestätigen«, gibt der Trainer die Richtung an.
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Mannschaft macht Berninger Spaß
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Beim Aufsteiger SV Erlenbach sieht Präsident Udo Berninger dem
Abenteuer Landesliga zuversichtlich entgegen. »Mit dem
Titelgewinn in der Bezirksoberliga und dem sofortigen
Wiederaufstieg haben wir unser Ziel erreicht.« Ihm macht die
pflegeleichte Mannschaft viel Spaß und das soll auch in der
höheren Klasse so bleiben. Der erste Mann beim Sportverein
verkennt aber auch gewisse Probleme nicht, die der sportliche
Erfolg mit sich bringt. »Die Zuschauerzahlen werden nicht in
die Höhe schnellen, aber die Fahrtkosten bestimmt.« Erfreulich
in diesem Zusammenhang, dass die Mannschaft sogar eine Kürzung
der Aufwendungen gegenüber der Bezirksoberliga ohne Wenn und
Aber akzeptiert hat. |
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In der »Nord« wollen die Erlenbacher ihre Heimspiele besser
vermarkten. Besondere Aktionen mit Sponsoren sind bereits
geplant. Noch in diesem Jahr werden im Sportheim die Umkleide-
und Duschräume sowie der Schiedsrichterraum für 80000 Euro
renoviert. Auch für Sportleiter Marcus Schlosser soll der
Aufenthalt in der Landesliga dieses Mal länger als ein Jahr
dauern. »Der Kreis Miltenberg muss in dieser Liga vertreten
sein.« |
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Das Aufgebot wurde bereits in der Vorsaison optimal verstärkt.
Mittelfristig sollen in der ersten Mannschaft konsequent
Jugendliche aus dem eigenen hoffnungsvollen Nachwuchs
eingebaut werden. Derzeit haben die beiden 18-jährigen
Sebastian Lux (Angriff) und Florian Cambolat (offensives
Mittelfeld) die besten Aussichten auf einen Stammplatz. Auf
der Suche nach Ergänzungen gab der Neuling zwei
Wunschkandidaten einen Korb. Der eine pokerte zu hoch, wollte
zu viel Geld, dem anderen konnte der SVE die Forderung nach
einem Arbeitsplatz nicht erfüllen. |
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»Wir können keine fünf Spieler für eine Ablösesumme von 15.000
Euro holen«, bleibt Marcus Schlosser Realist. Dem Kader der
ersten und zweiten Mannschaft gehören 32 Akteure an, darunter
19 ehemalige Jugendspieler. |
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Über die Vorstellungen und Einschätzungen von Trainer Joachim
Hufgard haben wir bereits ausführlich im
Meisterporträt berichtet (die Redaktion).
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red |