Erfolgreiche
Nachwuchsarbeit hat beim SV Erlenbach seit über 30 Jahren
Tradition. Mit dem neuen Förderkonzept geht der Sportverein jetzt
neue Wege. Pfiff wollte vom SVE-Jugendleiter Uwe Zahn wissen, was
dieses Konzept beinhaltet, was es jungen Talenten bietet und
welche Ziele es verfolgt.
Pfiff: Uwe Zahn, seit Jahrzehnten ist die
erfolgreiche Jugendarbeit in der Region bekannt. Der SVE gilt als
Talentschmiede des Landkreises Miltenberg.
Zahn: Der SVE um
den damaligen Jugendleiter Kunnibert Zöller erkannte schon Ende
der 60-er Jahre, wie wichtig die Nachwuchsförderung für einen
Verein ist. Ein Ziel war und ist natürlich, den Nachwuchs an die
I. Mannschaft heranzuführen. Die gute Jugendabteilung ist somit
die Basis für den Erfolg und die Konstanz des Gesamtvereines.
Pfiff: Und funktioniert dies tatsächlich?
Zahn: Ja. 1977
stieg der SVE in die Landesliga auf, 1979 und 1980 war er in
dieser damals vierthöchsten Spielklasse zweimal Vize-Meister. Die
Mannschaft bestand zum Großteil aus Erlenbachern bzw. ehemaligen
Jugendspielern. Seitdem spielt unsere I. Mannschaft insgesamt elf
Jahre lang in der Landesliga oder eine Klasse darunter. Ein
Hauptgrund für diese Kontinuität ist die erfolgreiche
Nachwuchsarbeit. Und auch aktuell besteht über die Hälfte des I.
Mannschaftskaders aus ehemaligen Jugendspielern.
Ein weiterer
Aspekt ist uns wichtig: Gerade in wirtschaftlich angespannten
Zeiten sind wir finanziell unabhängiger als andere vergleichbare
Vereine. Und wenn die I. Mannschaft nächste Saison in die
Bezirksoberliga muss, so baut der Verein beim Neuaufbau auf sieben
eigene U19-Bayernliga-Spieler.
Pfiff: Welche Erfolge kann die
Juniorenabteilung des SV Erlenbach vorweisen?
Zahn: Die
A-Jugend (U19) wurde 1976 Bayernpokalsieger, 2003 unterfränkischer
Pokalsieger und stand im bayerischen Pokalfinale. Des Weiteren
stieg die U19 insgesamt fünfmal - zuletzt 2005 - in die
Junioren-Bayernliga auf. Dies ist die nach der Junioren-Bundesliga
zweithöchste Spielklasse.
Die B-Jugend
spielt seit Jahren in der höchsten unterfränkischen Liga, der
Bezirksoberliga. Insgesamt fünf SVE-Jugendmannschaften waren 2005
Meister, womit dies eines der erfolgreichsten Jahre der
Vereinsgeschichte war.
Pfiff: In welchen Ligen spielen die
Junioren-Mannschaften aktuell?
Die U19 spielt
in der Bayernliga und hat beste Chancen, den Klassenerhalt zu
schaffen. Die U17 spielt in der Bezirksoberliga um den Aufstieg in
die Bayernliga. Die U15 ist seit Anfang der Saison Tabellenführer
in der Kreisliga und möchte die Meisterschaft und den damit
verbunden Aufstieg in die Bezirksobeliga schaffen. Die U13 spielt
in der Bezirksoberliga mit realistischem Ziel Klassenerhalt.
Pfiff: Zwischen Alzenau und Wertheim gibt es -
neben dem Oberliga-Nachwuchs von Viktoria Aschaffenburg - keine
erfolgreichere Jugendarbeit als beim SVE. Wieso stellt der SVE
jetzt ein Junioren-Förderkonzept vor?
Zahn: Kurz
gesagt: Stillstand ist Rückschritt.
Wenn wir uns
heute nicht verändern und ausruhen, dann können wir dieses Niveau
mit unseren sehr engagierten ehrenamtlichen Trainern und Betreuern
vermutlich nicht halten. Wir sehen bereits heute und in naher
Zukunft verstärkt den Mangel an ehrenamtlichen Trainern und
Betreuern.
Gleichzeitig
bieten private Fußballschulen meist qualifiziertes und
kostenpflichtiges Training an. Dies kann die Vereinsarbeit zwar
maximal ergänzen, jedoch wird dadurch die Anspruchslatte der
Jugendlichen und von deren Eltern an die Vereine sehr hoch gelegt.
Jugend-Fußballgemeinschaften (JFGs) können bei Spielermangel eines
einzelnen Vereins eine Lösung sein. Es beinhaltet meiner Meinung
nach auch gewisse Risiken und nicht automatisch nachhaltigen
Erfolg und optimale Förderung junger Talente.
Auf der anderen
Seite gibt es Chancen, die noch nicht richtig genutzt werden. So
gibt es kaum eine Zusammenarbeit zwischen Schule und Vereinen.
Der
Sportlandkreis Miltenberg hat vereinseigene und erfolgreiche
Handball-Leistungszentren, jedoch noch kein Fußball-Förderzentrum.
Fazit: Wir als
SVE wollen auf die anstehenden Probleme mit dem Förderkonzept eine
Antwort geben und damit neue Wege gehen.
Pfiff: Wie sieht das Junioren-Förderkonzept
konkret aus?
Zahn: Das
Konzept besteht aus zwei Teilen:
U19/U17-Pool
Kooperation
Schule-SVE
Der U19/U17-Pool
beinhaltet Folgendes:
· Beide
Mannschaften werden zum Großteil gemeinsam und dreimal die Woche
trainieren.
· Die Leitung
des Pools übernimmt der U19-Coach in enger Zusammenarbeit mit dem
U17-Coach.
· Die Trainer
werden qualifizierte, d. h. ausgebildete Trainer mit Trainerschein
sein.
·
Spezialtraining zur Förderung, z. B. der vernachlässigten Bereiche
wie Taktik oder Koordination, wird ein Hauptbestandteil sein.
· Ein
einheitliches Spielsystem U17/U19 wird in einen zweiten Schritt
angestrebt.
Zum anderen wird
der SVE mit den Schulen zusammenarbeiten:
· Der SVE möchte
im Rahmen des Schul-Programms „Sport nach Eins“ in Zusammenarbeit
mit Grund-, Hauptschule und Gymnasium allen Altergruppen
zusätzliches Fußball-Training anbieten.
· Ein weiteres
Ziel ist es, für fußballbegeisterte Schüler im Alter von 13 bis 15
Jahren im Gymnasium Erlenbach einen Schul-Stützpunkt anzubieten.
Pfiff: Welche Ziele verfolgen Sie mit diesem
Konzept?
Zahn: Wir
möchten die Ausbildung und die Trainingsmöglichkeiten noch weiter
verbessern. Damit werden wir die Erlenbacher und die besten
Talente des Landkreises Miltenberg noch besser fördern. Somit
sichern wir auch den Nachwuchs für unsere I. Mannschaft.
Pfiff: Welche Vorteile haben die jugendlichen
Talente davon?
Zahn:
Qualifzierte Förderung durch ausgebildete Trainer sowie die
Chance, beim SVE später bei den Aktiven in der Bezirksoberliga
oder Landesliga zu spielen. Die meisten ehemaligen
SVE-Jugendspieler bleiben übrigens lange bei den Aktiven. Manche
Spieler werden auch von noch höherklassigeren Vereinen entdeckt.
Pfiff: Gibt es schon konkrete Trainernamen?
Zahn: Wir führen
natürlich bereits Gespräche mit verschiedenen qualifizierten
Kanditaten für U19 und U17. Namen geben wir erst bekannt, wenn
alles 100 % fix ist. (Stand 20.April, Anmerkung Redaktion).
Pfiff: Trägt der Verein allein die Aufwendungen
für das Förderkonzept?
Zahn: Wir
möchten auch die Eltern ermuntern, sich aktiv zu beteiligen, sei
es z. B. zweimal pro Jahr als Fahrer bei Auswärtsfahrten oder als
Betreuer. Jede Form der Unterstützung ist gern gesehen.
Pfiff: Wird der SVE auch durch Sponsoren
unterstützt?
Zahn: Wir
wünschen uns für die Umsetzung des Konzeptes weitere Unterstützung
durch Sponsoren, die damit die erfolgreiche und engagierte
Juniorenförderung des SV Erlenbach honorieren. Hierfür bietet der
SVE diesen Partnern Werbemöglichkeiten, z. B. können sich diese
Unternehmen und ihre Produkte bei Heimspielen - auch bei der I.
Mannschaft - präsentieren. Werbung per Stadionlautsprecher,
Anzeigen im Stadionheft, Banden- oder Trikotwerbung. Und es gibt
weitere vielfältige Möglichkeiten. Wir gehen hier auf die Wünsche
des Partners ein.
Pfiff: Wenn sich Spieler oder deren Eltern für
dieses Förderkonzept und für einen möglichen Wechsel zum SVE
interessieren, an wen können sie sich wenden?
Zahn: Einfach
anrufen bei Uwe Zahn, Mobil 0171/ 88 23 30 8, oder eine E-Mail an
uwe. zahn@sv-erlenbach.de schicken.
Pfiff: Wir bedanken uns für das Interview und
wünschen dem SVE viel Erfolg.